Pro Musik: Offener Brief Gegen Ticketwucher und -betrug (feat die ärzte)

Begonnen von El Chefe, 11. Mai 2026, 11:26:53

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

0 Mitglieder und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

El Chefe

ZitatDer Ticketzweitmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem unregulierten Parallelmarkt mit erheblichen Folgen für Fans und die gesamte Livebranche. Tickets werden automatisiert aufgekauft und anschließend zu unsittlichen Wucherpreisen weiterverkauft. Ticketpreise von bis zu 5.500,- € sind auf den einschlägigen Seiten zu finden.

Gemeinsam mit dem Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) haben wir als PRO MUSIK einen Offenen Brief an die Bundesregierung initiiert, der von einem breiten Bündnis aus namhaften Künstler*innen, Veranstalter*innen und Branchenverbänden unterzeichnet wurde.

Mit dabei sind u.a. Die Toten Hosen | Nina Chuba | Die Ärzte | AnnenMayKantereit | Johannes Oerding | Ikkimel | Thees Uhlmann | Bernd Stelter | Element of Crime | Kraftklub | Annett Louisan und viele mehr. Der Deutsche Musikrat unterstützt die Forderungen des Briefes ebenso wie die LiveKomm und die Musikschaffendenverbände.

Pressemitteilung

Offener Brief
I see dumb people

Gabumon

Zitat1. Veranstalterrecht auf Weiterverkaufskontrolle: Veranstalter*innen sollen
gesetzlich das Recht erhalten, festzulegen, auf welchen Plattformen Tickets
weiterverkauft werden dürfen und Angebote außerhalb autorisierter Kanäle
per ,,Notice and Takedown" löschen lassen zu können

ABSOLUT dagegen, dann schaffen die sich eine Plattform wo die Haufenweise Gebüren abzocken können. Mal ganz FDP Like gesagt "Der Markt regelt das". Alles andere ok, aber da da geht gar nicht..

Dieser "Ticketzweitmarkt" betrifft ja eh nur Große und Riesenbands, von daher ist mir das ansonsten relativ egal..
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.

Märzhase

Troll bleibt Troll, da helfen keine Pillen, nicht beim allerbesten Willen.

Jocke

Zitat von: Märzhase am 11. Mai 2026, 13:02:51Der Markt regelt eben nicht, siehe El Chefes Post.
Der Schwarzmarkt regelt das, meinte Gabu :-X

Gabumon

Zitat von: Jocke am 11. Mai 2026, 13:42:35Der Schwarzmarkt regelt das, meinte Gabu :-X
Ich bin immer noch der Meinung das auf eBay/Kleinanzeigen 2. Mündige Bürger einen Vertrag untereinander abschließen und das die Ticketklitschen absolut nichts angeht.

Wenn jemand meint für irgendeine Tröte 400€ ausgeben zu wollen.

Was anderes sind ja Viagogo und co, ich find auch Ticketmaster mit ihrem Dynamik Pricing. Nach Interesse viel schlimmer. Aber davon ist da natürlich kein Wort.
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.

AshleyWilliams

Bin auch dagegen für einen Verkauf eine Plattform aufgezwungen zu bekommen.
Was viel wichtiger wäre, wenn das Finanzamt und das Gewerbeamt sich mal kümmern. Das ist nämlich ziemlich sicher teilweise illegale Schwarzarbeit, wenn Leute da massig Tickets zum Wiederverkauf kaufen.

El Chefe

Zitat von: Gabumon am 11. Mai 2026, 14:54:13ich find auch Ticketmaster mit ihrem Dynamik Pricing. Nach Interesse viel schlimmer. Aber davon ist da natürlich kein Wort.

ZitatWenn jemand meint für irgendeine Tröte 400€ ausgeben zu wollen.

Ja was den nun? Soll man es dem Käufer überlassen wieviel Geld ausgegeben wird pro Ticket oder nicht, dachte der Markt regelt?  ;)

I see dumb people

Gabumon

Beim Dynamik Pricing hast ja gar keine andere Wahl an Tickets zu kommen.

Zweitmarkt kannst halt sagen "ist mir zu teuer, ich gucke später nochmal..."

Und Natürlich gehört Viagogo auch ein Riegel vorgeschoben, aber nicht so, die interessiert das nämlich nicht was die hier fordern.
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.

maxmaxmax

Dynamic Pricing würde dem ganzen ein (negatives) Ende setzen.
Die Preise würden über Kurz oder Lang dermaßen in die Höhe schießen, bis niemand mehr kommt.

Jeder Preis ist elastisch. Aber jedes noch so elastische Gummiband reisst irgendwann mal.


Und am Ende leiden kleine Clubs, kleine Bands und all die, die im Hintergrund arbeiten.

Märzhase

Zitat von: maxmaxmax am 11. Mai 2026, 15:56:28Dynamic Pricing würde dem ganzen ein (negatives) Ende setzen.
Die Preise würden über Kurz oder Lang dermaßen in die Höhe schießen, bis niemand mehr kommt.
Also ich kenne Dynamic pricing nur vom Broadway, da lief es anders. Hohe Nachfrage steigende Preise, geringe Nachfrage fallende Preise. Nur bei absoluten Hypeshows sind die Preise nie gefallen, ich erinnere mich an Hamilton, Samstag Abend vorne 1000 Dollar pro Karte. Leer sind die Theater aber nie und ich hab bei kleineren Shows Preise tatsächlich auch mal fallen sehen. Dynamic eben. Oder ist das Konzept in Europa anders?

Edit: Dollar sind zwar doller als mach andere Währung, werden aber nicht so geschrieben.

Troll bleibt Troll, da helfen keine Pillen, nicht beim allerbesten Willen.

MatzeHH

Wow, ich bin mit Gabu einer Meinung!
Ich wünsche mir auch keine von den Veranstaltern kontrollierte Verkaufsplattform.

Der private Handel von Tickets untereinander sollte weiterhin privat möglich sein.
Nur den professionellen Wiederverkäufern muss das Handwerk gelegt werden

Gabumon

Zitat von: MatzeHH am 11. Mai 2026, 19:29:16Nur den professionellen Wiederverkäufern muss das Handwerk gelegt werden

Hätten wir doch ein Amt was das könnte so eine art Gewerbeamt oder Finanzamt die sowas kontrollieren. Dann würde ja nur noch ein Kartellamt fehlen das Preisabsprachen unterbindet.  ;D
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.

Jocke

Zitat von: Gabumon am 11. Mai 2026, 14:54:13Ich bin immer noch der Meinung das auf eBay/Kleinanzeigen 2. Mündige Bürger einen Vertrag untereinander abschließen und das die Ticketklitschen absolut nichts angeht.

Wenn jemand meint für irgendeine Tröte 400€ ausgeben zu wollen.

Was anderes sind ja Viagogo und co, ich find auch Ticketmaster mit ihrem Dynamik Pricing. Nach Interesse viel schlimmer. Aber davon ist da natürlich kein Wort.
Aber Viagogo und Co sind doch eigentlich auch Teil von "Der Markt regelt das". Menschen erkannten im Ticket-Wiederverkaufsmarkt ein Geschäftsmodell und so sind Plattformen bzw Unternehmen wie viagogo entstanden. Dass dann gefälschte oder ungültige Tickets verkauft werden, ist natürlich Betrug. Aber grundsätzlich könnte man viagogo auch als Teil von "der Markt regelt das" bezeichnen.

Ich bin auch dafür, dass ein privater Ticketverkauf zu humanen Preisen bspw. über kleinanzeigen erlaubt bleibt. Die Grenzen zu ziehen ist hier aber unheimlich schwer, weil es immer Menschen geben wird, die rare Tickets gezielt erwerben um dadurch Gewinne einzufahren (genauso wie zB limitierte Platten mit Gewinnabsichten erworben werden)

Gabumon

Zitat von: Jocke am 11. Mai 2026, 20:05:47(genauso wie zB limitierte Platten mit Gewinnabsichten erworben werden)

Aber darüber regt sich die Musikindustrie halt auch gar nicht auf, die Forcieren das sogar mittels künstlicher raritätenbildung z.b. beim RSD, oder dieses 374 Blaue Vinyls, 358 Grüne und 4 Gelbe...
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.

Jocke

Zitat von: Gabumon am 11. Mai 2026, 20:53:16Aber darüber regt sich die Musikindustrie halt auch gar nicht auf, die Forcieren das sogar mittels künstlicher raritätenbildung z.b. beim RSD, oder dieses 374 Blaue Vinyls, 358 Grüne und 4 Gelbe...
Der Ticketmarkt ist halt viel größer und entsprechend auch der Hebel, auf dem Zweitmarkt Gewinne zu erzielen.

ruwen

Zitat von: Jocke am 11. Mai 2026, 20:05:47Ich bin auch dafür, dass ein privater Ticketverkauf zu humanen Preisen bspw. über kleinanzeigen erlaubt bleibt. Die Grenzen zu ziehen ist hier aber unheimlich schwer, weil es immer Menschen geben wird, die rare Tickets gezielt erwerben um dadurch Gewinne einzufahren (genauso wie zB limitierte Platten mit Gewinnabsichten erworben werden)

Vielleicht klassifiziert man alles was zum Originalpreis (inkl aller Gebühren) + Post verkauft wird als Privat. Da darf es dann in meinen Augen auch keine Einschränkungen der Plattform geben. Danach wird es kommerziell.

Oder wir bekommen so etwas wie die Buchpreisbindung für Tickets. Aber ich habe keine Ahnung wie das im Detail funktioniert. Gebrauchte Bücher gibt es ja auch. Ist ein gebrauchtes Ticket ein bereits genutztes?

StefanH

Beim Fußball gibt es viele Vereine die eine eigene Ticket-Zweitmarktbörse haben, das funktioniert prima. Ich verstehe nicht warum man sich da so quer stellen mag wie Gabu und andere.

Ein großes Problem sind aber natürlich auch die Leute die bereit sind solche Unsummen für die Karten zu bezahlen, wobei es einige Künstler ja ohnehin schon auf die Spitze treiben.

Tigi

Ich finde, dass geforderte "Veranstalterrecht auf Weiterverkaufskontrolle" problematisch, weil dann vom Erstverkauf bis zum Weiterverkauf alles in einer Hand bleibt und damit nochmals beim Weiterverkauf verdient wird.

Beispiel "Broilers-Warming-Up Tickets":
"Der Wiederverkauf der »Broilers-Warming-Up« Tickets auf dem Zweitmarkt ist streng untersagt und ausschließlich über die offizielle und sichere Plattform re:sale unseres eigenen Shops erlaubt, wo Ihr die Tickets auch gekauft habt"
https://www.instagram.com/p/DYMpk08DAwV/?img_index=1

So wird im Broilers Shop erläutert, was re:sale bedeutet:
"re:sale bietet die Möglichkeit, bei ausverkauften Veranstaltungen sicher und ohne Betrugsrisiko doch noch an Tickets zu kommen oder Tickets loszuwerden, falls du die Veranstaltung doch nicht besuchen kannst.
re:sale bedeutet, dass du als Ticketinhaber*in dein Ticket zurückgeben kannst, wenn wir eine andere Käufer*in für deinen Platz auf der Veranstaltung finden. Sollten wir keine Käufer*in finden, bleibt das Ticket für dich gültig. Ein Anspruch auf die Rückgabe/die Erstattung besteht in diesem Fall nicht. Der Rückgabepreis ist der Ticketpreis abzüglich einer Gebühr für den re:sale. Du kannst den Rückgabepreis also nicht selber festlegen."

https://shop.broilers.de/faq#resale

Warum kann ich, wenn ich das Konzert z.B. wegen Krankheit nicht besuchen kann, das Ticket nicht zum Originalpreis über Kleinanzeigen verkaufen?

Stattdessen muss ich einen Verlust hinnehmen, weil ich das Ticket nur über re:sale abzüglich der dort festgelegten Gebühr, die dort verbleibt, loswerden kann. Für mich ein Verlust, für re:sale ein nicht nachvollziehbarer Verdienst.

Tigi

Das geforderte "Verbot von Leerverkäufen: Das Anbieten von Tickets, die zum Zeitpunkt
des Angebots noch nicht im Besitz des Verkäufers sind, muss ausdrücklich verboten werden."

befürworte ich und ist auch leicht nachvollziehbar, weil man den Angebotszeitpunkt mit dem Start des Vorverkaufs vergleichen kann.

"Bot-Verbot und Verbot falscher Identitäten: Der Einsatz automatisierter Software zum massenweisen Ticketkauf muss verboten werden. Ebenso der Kauf über Fake-Accounts, Strohleute oder gefälschte Identitäten."
ist gut, aber auch realisierbar? Wie soll dies konkret nachgewiesen werden?

"Vollständige Transparenzpflichten: Die gängige Praxis, sich als Privatverkäufer auszugeben, um Transparenzpflichten zu umgehen, muss unterbunden werden."
Und wie soll das gemacht werden?


Gabumon

Zitat von: Tigi am Gestern um 00:20:24"Bot-Verbot und Verbot falscher Identitäten: Der Einsatz automatisierter Software zum massenweisen Ticketkauf muss verboten werden. Ebenso der Kauf über Fake-Accounts, Strohleute oder gefälschte Identitäten."
ist gut, aber auch realisierbar? Wie soll dies konkret nachgewiesen werden?

"Vollständige Transparenzpflichten: Die gängige Praxis, sich als Privatverkäufer auszugeben, um Transparenzpflichten zu umgehen, muss unterbunden werden."
Und wie soll das gemacht werden?

1.) das klingt fast danach das die Musikindustrie gerne zugriff auf Daten von Einwohnermeldeämtern hätte bzw. Kopien der Personalausweise der Verkäufer speichern möchte. Anders ginge das ja gar nicht. Wäre ein absolutes No-Go. Aber gleichzeitig 8(!) Tickets pro Person verkaufen wollen.

2.) Das ginge glaub ich mittels Steuer-ID, aber äh auch die will ich der Musikindustrie nicht geben. Das liegt dann nachher wie so üblich auf ungesicherten Servern wo jeder Spitzbube ein und ausgeht...

3.) außerdem fordert man noch ein Mp3 Player mit alles von Slayer, Ne Yacht in Pearl Harbor, ne Jolle in Leer und außerdem ein Pony!

Das ganze Gelaber in dem "Offenen Brief" zielt nur darauf ab sich selbst eine weitere Verkaufsplattform mit Fantasiegebühren zu schaffen und alle anderen dort auszuschließen. Quasi den Fan noch mal schön abzocken
«Das Internet? Gibts diesen Blödsinn immer noch?»
Homer Simpson, Sicherheitsinspektor im Kernkraftwerk Springfield.