https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2026/02/berlin-koka36-oranienstrasse-insolvenzverfahren-amtsgericht-charlottenburg.html
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2026/02/koka36-pleite-konzert-veranstalter-schaden-berlin-hilfen.html
Sehr schade. Da habe ich früher immer Tickets für DÄ gekauft, weil es immer Hardtickets gab und die ein paar Euro günstiger waren. Und man konnte in der "guten alten Zeit" erstmal rumfragen, wer im Freundeskreis Tickets möchte und dann ein/zwei Tage später hinfahren und hat die Tickets bekommen. Aber wie es in "Dark Tower" heißt: The World has moved on.
Die haben doch zuletzt auch nur noch großteilig Eventimausdrucke verkauft? Ah die Clubs haben das "Treuhänderisch" abgegeben, Scheinbar per Handschlag, ohne schriftliche Verträge? Na dann, selbst schuld halt..
Hardtickets gibts doch quasi nur noch in Bandshops oder bei Venues direkt oder in sehr kleiner Auflage, weil man halt alles Online bucht.
Spannend wirds an der Stelle wo eine neue Geschäftsführerin sofort Insolvenz beantragt hat, weil ihr wohl keine andere Wahl blieb, da wären wir dann schon bei Insolvenzverschleppung, allerdings ist der vorherige Geschäftsführer ja verstorben, scheinbar trägt sich der Laden dann aber schon länger nicht mehr, und scheinbar mag keiner das bemerkt haben. Stinkt ziemlich.
Dafür, dass Du Lindemann mit deinem "Unschuldsvermutung"-Getröte bis aufs Blut verteidigt hast, bist Du hier aber recht schnell mit Werturteilen am Start.
Kleines Update zu den beiden Artikeln:
Nach der erfolgreichen Crowdfunding-Idee des SO36 mit 50.043 EUR haben auch das Gretchen ihr Crowdfunding mit eingesammelten 24.855 EUR und der Festsaal Kreuzberg mit 32.219 EUR beendet. Es haben also alle drei ihr Ziel erreicht.
Nachdem Ende Dezember eine neue Geschäftsführerin bei Koka36 bestellt wurde, die umgehend einen Insolvenz-Antrag gestellt hat, wurde niemand beim SO36 informiert. Auch wenn die Geschäftsbeziehungen auf ,,Vertrauensbasis, per Handschlag" zu Koka 36 etwas leichtsinnig waren, ist es verständlicherweise enttäuschend, wenn die Mitarbeiter des Koka36 für das SO36 "über die Jahre beinahe wie Familienmitglieder" gewesen waren, dies anscheinend nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.
Zitat von: Tigi am 01. März 2026, 17:44:01Nachdem Ende Dezember eine neue Geschäftsführerin bei Koka36 bestellt wurde, die umgehend einen Insolvenz-Antrag gestellt hat, wurde niemand beim SO36 informiert.
Wusste die neue Geschäftsfüherin denn von den "Handschlagverträgen"?
Auch wenn sie heutzutage nicht mehr üblich, Risiko³ und vielleicht sogar dumm sind, bleiben Verträge und Vereinbarungen per Handschlag für mich die beste Art und Weise für Verträge. Warum? Weil man sich, m.M.n., nicht über alles streiten muss, sondern gemeinsam Lösungen und an einem Strang ziehen sollte.
Naja und in solchen Fällen hast dann den Salat, natürlich können Handschlagverträge mal sinnvoll sein aber hier?.
Das bedeutet im Zweifel das man nichts aus der Insolvenzkasse kriegt weil es keine Verträge gibt, den Anspruch müsste man nachweisen und das wird mit "Handschlag" schwierig. Besonders wenn die eine Seite nicht mehr bezeugen kann.
Zitat von: Sascha89 am 01. März 2026, 20:06:20Auch wenn sie heutzutage nicht mehr üblich, Risiko³ und vielleicht sogar dumm sind, bleiben Verträge und Vereinbarungen per Handschlag für mich die beste Art und Weise für Verträge. Warum? Weil man sich, m.M.n., nicht über alles streiten muss, sondern gemeinsam Lösungen und an einem Strang ziehen sollte.
Außerdem sind in Deutschland auch mündliche Verträge rechtlich bindend. Bei einer Insolvenz dürfte man aber in der gleiche Warteschlange stehen wie die mit schriftlichen Verträgen.
Zitat von: ikarus280 am 01. März 2026, 23:57:32Außerdem sind in Deutschland auch mündliche Verträge rechtlich bindend...
Richtig, aber der Nachweis und der Inhalt ist halt schwieriger.
Deshalb empfehle ich nach wie vor diesen Satz in Goethes Faust I:
"Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen"
Zitat von: Tigi am 02. März 2026, 00:14:24Richtig, aber der Nachweis und der Inhalt ist halt schwieriger.
Vorallem wenn Seite A. (Konzertveranstalter) jetzt sagt "Ja hatten wir mündlich gemacht" derjenige mit dem die aber getroffen wurde nicht mehr Verfügbar ist. Da wird man auch sagen "kann jetzt jeder sagen..." Und mal ehrlich da gehts um einiges an Geld das ist schon grob Fahrlässig da mit Handschlag zu arbeiten. Man kauft hier keinen Ackergaul für 500 Dukaten. Wenn da scheinbar die ganze existenz eines Clubs dran hängt? Sonst bräuchte man ja das Crowdfounding nicht.
Hat schon jemand über die Handschlagverträge gemeckert? Wäre mal Zeit.
Hinterher ist man immer schlauer, jetzt zu wettern dass es blauäugig war ist auch keine große Kunst.
Ich habe beruflich ja auch mit einigen Kulturzentren zu tun und da arbeitet keines mehr auf Handschlag.
Und im Rahmen einer Insolvenz hat die neue GFin auch mehr zu tun, als sich um die Handschlagverträge zu kümmern, das ist nämlich so gar kein Spaß und da wissentlich irgendwelches Geld noch auszuzahlen oder vorab zu informieren geht auch nicht, denn am Ende haftet die neue GFin dafür.
Von daher hat sie formal alles richtig gemacht, wenngleich ein Anruf nach Eröffnung sicher hilfreich und sinnvoll gewesen wäre, wenn man von den Sachverhalten überhaupt wusste. Denn das ist aus der Buchführung auch oft nicht wirklich direkt ersichtlich, welche Forderungen und Verbindlichkeite da bestehen und ob es ggf. noch Verrechnungspotential gibt, wobei das eher zwischen den einzelnen Kulturzentren besteht und nicht zwischen VVK und Venue. Aber das ist ein anderes Thema.
Zitat von: StefanH am 02. März 2026, 13:48:08Und im Rahmen einer Insolvenz hat die neue GFin auch mehr zu tun, als sich um die Handschlagverträge zu kümmern, das ist nämlich so gar kein Spaß und da wissentlich irgendwelches Geld noch auszuzahlen oder vorab zu informieren geht auch nicht, denn am Ende haftet die neue GFin dafür.
Wobei man sich da eh vorstellen kann das wenig bis gar keine Insolvenzmasse da ist, dass klingt so als hätte sie sich hingesetzt, Konto gecheckt und gleich Insolvenz beantragt.
Da nützen dir dann auch wasserdichte Schriftliche Verträge nix mehr.
Ganz so einfach geht das nun auch nicht, da werden sicher schon 2-3 Personen auf die Unterlagen gesehen haben. Das Konto ist das eine, wichtiger ist Forderungen und Verbindlichkeiten nebst Fälligkeiten aufzustellen und zu gucken, kann ich meine Verbindlichkeiten überhaupt noch bedienen und wenn nicht, warum (Forderungen eintreiben). Das macht man nicht in 1-2 Stunden.
Zitat von: StefanH am 02. März 2026, 14:56:41Ganz so einfach geht das nun auch nicht, da werden sicher schon 2-3 Personen auf die Unterlagen gesehen haben. Das Konto ist das eine, wichtiger ist Forderungen und Verbindlichkeiten nebst Fälligkeiten aufzustellen und zu gucken, kann ich meine Verbindlichkeiten überhaupt noch bedienen und wenn nicht, warum (Forderungen eintreiben). Das macht man nicht in 1-2 Stunden.
Das war natürlich überspitzt ausgedrückt, aber dass war echt schnell.