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NR20:
Hallo,

ihr habt ein bisschen extrawissen zu einem Lied? Teilt es doch mit uns, sodass wir ein schönes Gesamtwerk erschaffen können  :)
Falls möglich ist eine Quellenangabe natürlich auch immer nett.

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* ... und es regnet: Farin: Ein recht jämmerlicher Versuch, "Lovecats" von The Cure zu klauen. Der Text ist unglaublich albern - aber der Harmoniewechsel im Refrain gefällt mir heute noch. Quelle: Prawda 03
* 12XU: Farin: Aus heutiger Sicht ist der Punk-Smasher der Überhaupt-Nicht-Punk-Band Wire eher lahm, aber als er herauskam, drehten wir durch! (Überhaupt gehören die ersten 2 Wire-Platten in JEDE Sammlung, die was auf sich hält.) Das X steht natürlich für das live immer gesungene "FUCK", aber England in den 70ern... Quelle: Prawda 04
* 3-Tage-Bart: Hieß ursprünglich „Barb wire“ und sollte Teil des Soundtracks für den gleichnamigen Film mit Pamela Anderson werden. Wurde, nachdem klar war, dass der Song nicht für den Soundtrack verwendet werden würde, für das geplante Konzeptalbum umgeschrieben. „Geili, geili, Supertyp“ ist die bekannte Hommage an den Vokuhila-Mechaniker, der das Bandmobil (völlig überteuert) wieder flott gemacht hat. „Jetzt wird rücksichtslos gewichst“ ist ein Zitat der Comic-Figur „Sondermann“ des Zeichners Bernd Pfarr, die bis 2004 in Titanic erschien. Bela bringt zudem noch eine Verbindung zu einem Farin-Song aus den 80ern mit dem Titel „Männer mit Bärten“ ins Spiel, die aber nicht bestätigt wird.Beim „Geili, geili, Supertyp“-Part hat sich Farin dann bei der Melodie des alten „Turmstraße“-Demos (was später auf „Berliner Schule“ erschien) bedient. Quelle: YouTube
* 2000 Mädchen: Farin: Die Idee zum Text kam von irgendeiner Bild-Schlagzeile über einen Telefonunhold. Irgendwie vermißten wir in dem fiesen Bericht die einsame Telefonzellenromatik des Fernsprech-Onanierers, und fertig war der abwechselnd gesungene Text. Die Maxiversion war - wie immer - Bahn frei für Irrsinn.
Bela: Live überließen wir Hagen - und heute Rod in der zweiten Generation - die zweifelhafte Ehre der wohl peinlichsten Ansage eines Ärzte-Konzertes. Wenn's aus der Bass-Ecke "Wieviel sind..." ertönt, können Jan und ich uns kaum noch halten, während im Publikum Durchhalteparolen ausgegeben werden. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Farin: Ein interessanter Zwischenteil unterscheidet das (recht langatmige) Demo von der veröffentlichten Version; man merkt aber, dass ich langsam Fortschritte bei den Arrangements machte. Zumindest bilde ich mir das ein.
Bela: Das Lied ist ja quasi eine Blaupause für "Schrei nach Liebe", was das Arrangement angeht. Quelle: Seitenhirsch
A


* Ärzte Theme (Instrumental): Farin: Jede Band, die was auf sich hält, braucht ihre Erkennungsmelodie - und da wir damals u. a. auch viel Surf-Musik gehört haben, schrieb ich kurz entschlossen ein "Ärzte-Theme", was wir dann aber eingedeutscht haben. Wir haben das eine Weile lang als erstes Lied der Konzerte gespielt, Lui hat uns massiv eingenebelt und dann wurden wir berühmt und haben heute sogar einen eigenen Fanclub! Harharharhar... Quelle: Prawda 03
* Anti-Zombie: Rod: Ich wollte schon immer einen Song im Glen Danzig-Stil machen, einfach auch vom Gesang her schön herumknödeln. Der Text über die lebenden Toten ist natürlich eine Adaption von George A. Romeros "Dawn of the dead", speziell durch die Beschreibung der einzelnen Szenen (...sie wandern stumpf durch die Botanik...ob 9 mm oder MG schieß doch einfach ein paar Magazine leer etc. etc.) liegt der Song in der Misfits-Horrorpunk-Tradition und ist, wie ich finde, recht gut gelungen! (*hüstel*) Quelle: Prawda
* Alleine in der Nacht: Bela: Schrieb ich zu einer Zeit, als ich mir fast jede Nacht um die Ohren haute. Ein Meilenstein aus dem Hause B. eben.
Farin: Ein weiteres Lied über die Dunkelheit von Hobbyvampir Felsenheimer. Sehr schön die Deklination am Ende des Liedes, wo auch das von Manne Präker gespielte Gitarrensolo zu hören ist, der mir mal zeigen wollte, wie das geht. Für die Rhytmusgitarre hatte ich damals eine sensationelle Weltneuheit: Einen Verstärker, der einen Lautsprecher simuliert - ohne Box und Mikrophon; deshalb klingt die Gitarre so Scheiße. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Außerirdische: Farin: Ein bißchen an "My Generation" von The Who angelehnt, die Dead Boys lassen auch grüßen. Tommy L'amour von den Subtones (Berliner Beat-Band-Helden) lieh uns den schönen Hoefner Violin-Bass und Micky Wolf spielte die Mundharmonika. Die Bläser sind von der Maschine, die Chöre vom lieben Farin - ein Stück, das besonders live Spaß macht. Während ich das Lied mit Hoffmann aufnahm, saß Bela nebenan und komponierte - quasi beim Fernsehen - "Baby ich tu's". (War ein guter Tag.)
Bela: Live spielen wir den Solopart mangels freier Hände für die Mundharmonika auf unseren Stamminstrumenten. Für mich ist es ein Fest, ist es doch das einzige Mal, daß meine Hupe zum Einsatz kommt, für die wir immerhin - zur Freude unseres Mixers - fünf Minuten Soundcheck-Zeit benötigen. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* ACHTUNG: BIELEFELD: Bela: Als wir noch zusammen bei Soilent Grün gespielt haben, haben wir in einer Gesamtschule unseren Proberaum gehabt in Berlin-Spandau und dann hat eine andere Punkband da auch geprobt, der Namen ich nicht mehr zusammen bringe, und die hatten aber ein Lied, manchmal haben wir denen auchnoch zugehört beim Proben und hatten ein Lied und sagen immer "ACHTUNG, ACHTUNG, BIELEFELD! ACHTUNG, ACHTUNG BIELEFELD! [...] und dann haben wir sie irgendwann mal live gesehen mit einer richtigen PA und dann haben Sie gesungen "ACHTUNG, ACHTUNG MINENFELD!" und das war ein Song über die Berliner Mauer. Wir mussten dann so lache, dass das irgendwie ständig in meinem Kopf geblieben und jetzt gab es die Gelegenheit dieser dieser Zeit vielleicht auch wegen dem Cover von unserer ersten Single (Soilent Grün) irgendwie geschuldet dass ich mich daran erinnert habe und dann brauchte ich ganz schnell einen Titel weil die Grafik das brauchte ür's aAbum und dann Achtung Bielefeld genannt. Bielefeld hat ja zusammen Paderborn und Hannover ein bisschen das Image zu den langweiligsten Städte Deutschlands zugehörend kann ich nicht bestätigen. Quelle: YouTube
* ANASTASIA: Farin:  In „Anastasia“ nehmen wir uns Männer vor, die gar nicht merken, wie gestrig sie eigentlich sind.  Quelle: profil.at
* ANTI: Geschrieben nachdem Farin eine Punk-Doku gesehen hat und da Bands erwähnt wurden, die er nicht kannte (hauptsächlich amerikanische Bands wie MC5) Quelle: FluxFM Radio-Interview
Wurde umbenannt von "Gegen alles". Quelle: Musikäxpress
Das letzte Solo im Song ist von Farins Demo, weil das nicht reproduzierbar war. Quelle: Gitarre & Bass
B


* B.S.L.: heißt nicht wie oft angenommen "Besser, schneller, lauter" sondern "Brutal schneller Lärm", dies findet sich in den Credits des Album "Planet Punk" wieder
* Blumen/Ich ess’ Blumen: Farin: Um 1985/86 wohnte ich u.a. zusammen mit Axel, unserer jetzigen Managerin, in einer 3-Zimmer-Wohnung in der Turmstraße. (Hier entstanden übrigens - zum Leidwesen der Nachbarn - viele Ärzte-Demos.) Irgendwann war Bela mal wieder zu Besuch und beschwerte sich über die olfaktorische Belästigung auf unserem Klo, worauf Axel (damals seit drei Wochen Vegetarier) konterte: "Von mir kann das nicht kommen - Vegetarierkacke duftet!" Wenige Stunden später war Belas Lachkrampf vorbei, er bekam wieder Luft und schrieb das Lied. Ein Klassiker!
Bela: Eigentlich als Parodie auf die aufkommende Straight-Edge-Welle, sowie Family-Five-Saxophonist und Neuvegetarier Axel "Meine Scheiße stinkt nicht mehr" Knabben, heute Schulz, gedacht, hatte das Lied auch zwei unvorhergesehene Nebeneffekte: 1. Die Spex (Haupt-Ärzte-VerreißerInnen) fand lobende Worte dafür - Hallo Ralf Niemczyk - und... 2. Jan Vetter wurde Vegetarier. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Bitte bitte: Farin: Eine befreundete Domina lub mich mal in ihr Studio ein, wo ich mir heimlich ein paar interessante Folterungen und Demütigungen anschauen durfte - naja, nicht jedermanns Sache. Für die Maxiversion unseres einzigen Synthie-Stückes gab "Dominique" dann noch ein paar wissenswerte Details aus ihrem Job preis. Ein nettes Lied - und Pflichtprogramm für angehende FolterknechtInnen.
Bela: "Bitte Bitte" verschaffte uns die Bekanntschaft einer Frau, die viele Männer eh' aus- und vor allem inwendig kennen: Teresa Orlowski. Beim Abschiedsessen nach dem Videodreh unterhielt ich mich mit ihr erst über Gott und die Welt, und nachdem diese beiden Themen nach ca. fünf Minuten abgehandelt waren, über Sex. Was immer man über Deutschlands Pornokönigin denken mag, sie ist in jedem Falle intelligent, charmant und sie lebt und liebt ihren Job. Auf die Frage, ob wir mal in einem ihrer Filme mitwirken würden, bekam sie ein gehüsteltes und eher als "Nein" gemeintes "Vielleicht". Für all die pubertären Spekulanten unter euch: Frau Orlowski fuhr nach dem Essen allein ins Hotel. Übrigens stellte sie und zum Schnitt des Videos ihre höchsteigenen Videostudios zur Verfügung. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
C


* Chanson d'Albert: Der "Schunder-Song" auf Englisch als B-Seite von der "3-Tage-Bart"-Single. Das Lied heißt eigentlich "Love Hurts" und war für den Soundtrack zum Pamela Anderson-Film "Barb Wire" angedacht wurden, doch die Macher des Soundtracks entschieden sich anders und so landete der Song auf der Single. Der Name ist eine Widmung für den damaligen Chef der Metronome Albert Slendbroek.
* Chile 3: Rod: Ich war 14, als ich den Song schrieb, die Akkordfolge war damals so ziemlich das Beste, was ich spielen konnte. Der Text war zu der Zeit natürlich extrem aktuell, denn die 80er-Jahre waren so ziemlich die dunkelste Zeit des chilenischen Pinochet-Faschismus. Menschen "verschwanden", und ein ganzes Land lebte mit der Angst, dass es am nächsten Tag an der Tür klopft und Herren in Zivil reinkommen, um einen in eine geheime Folteranstalt zu bringen und anschließend in einer verlassenen Gegend zu verscharren. Quelle: Prawda 07
* Claudia 3: Farin: Nachdem die LP "Die Ärzte" wegen "Geschwisterliebe" auf den Index für jugendgefährdende Schriften kam und nicht mehr beworben oder frei verkauft werden durfte, wurde - schlappe zweieinhalb Jahre nach ihrem Erscheinen - auch die erste CBS-LP "Debil" indiziert. Gründe: Das "Schlaflied" und "Claudia hat 'nen Schäferhund". Das fanden wir albern. Auf der "Ab 18" gab's dann die Fortsetzung "Claudia II" und für die Abschiedstour haben wir dann - schneller als man uns verbieten konnte - die 3. Version dargeboten... hirn- und geschmacklos. Aber doch auch irgendwie super.
Bela: Eine um tausend Ecken gedachte Provokation für die Bundesprüfstelle: Claudia vollführt den Akt jetzt mit einem Mann. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
D


* Dauerwelle vs. Minipli: Bela: Zur Le Frisur hatten Rod und ich Farin dann soweit, einem Grindcore-Experiment zuzustimmen, da bei dem Album eh alles erlaubt war, was Haare hatte. Dass der Song dann aber ein extrem beliebtes Livestück für uns wie für die Zuschauer wurde, damit haben wir nicht gerechnet. Quelle: Prawda 04
* Dos Corazones: Rod: Die Idee zur Musik hatte ich im letzten Depp Jones Jahr. Wissend, dass es eine ungewöhnliche Nummer wird, fiel mir ein, dass ich ja spanisch kann, und so kloppte ich diesen skurrilen Text zusammen, im Prinzip ein Mini-Thriller mit Liebe-Verzweiflung-Tod. Quelle: Prawda 03
Rod's erstes Lied für die ärzte, gesungen in seiner Muttersprache, heißt übersetzt "Zwei Herzen"
* Du willst mich küssen: Rod: Den Song haben wir schon lange nicht mehr gespielt... ich werde mal vorschlagen, ob wir den nicht mit dem unveröffentlichten englischen Text spielen können "...I was on my way you see, to the public library to get the book of seven seals...". Fänd ich super! Quelle: Prawda 05
Eins der meistveröffentlichsten Stücke. Es erschien zunächst auf dem Album "Im Schatten der Ärzte" (1985), bei der Nena die Zeile "... am besten heute Nacht" singt, dann wurden für die Single ein Single-Remix, der Modern-Kissing-Mix und der Disco-Kuschel-Mix aufgenommen. Außerdem existiert eine englischsprachige Demoversion mit dem Namen "You Want To Kiss Me", die sich auf dem Bootleg "Doktorspiele 666" wiederfindet, sowie eine andere Version auf der "They have given me Schrott", eine spezielle Version des Modern-Kissing-Mixes für das Best-of-Album "Das Beste von kurze nach früher bis jetze" (ca. 1 Min. kürzer) und eine Version auf der Compilation "Ist das alles?" die sich von der Originalversion nur dadurch unterscheidet, dass diesmal Farin "... am besten heute Nacht" singt. Insgesamt findet sich das Stück also in 8 Versionen wieder.
Farin: ...entstand größtenteils in unserem damaligen Übungsraum im Keller des "Saskatchewan". Bela und ich spielten mit der Urversion des Textes "Ich will dich foltern" herum (Was war damals nur mit mir los?")m der Basslauf entstand fast von selbst, und das einzige, was diesem Lied noch zum Evergreen fehlte, war das raffinierte fis sieben im Refrain - eine kleine Sensation in Ärztekreisen damals! Später schrieb ich den Text auf ein erträgliches Niveau um und fertig war der Heuler.
Bela: Ich war leider nicht dabei, als Nena "Mmh, am liebsten heute nacht" hauchte... Schade. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Bela: Ich weiß auch nicht mehr genau, warum wir davon eine englische Version eingespielt haben. Es geisterte immer mal wieder die Idee herum, im Ausland zu spielen. Das Goethe-Institut finanzierte Tourneen für Bands, die dann als Botschafter der deutschen Sprache zum Beispiel in China oder Israel spielen durften. Wir wären auch bereit gewesen, aber es gab eine Menge Neider, speziell in Berlin. Menschen, die uns einen schlechten Charakter attestierten oder uns zu kommerziell fanden. Es kam jedenfalls nie zu solch einer Tour. "Du willst mich küssen" wählten wir wahrscheinlich deshalb aus, weil dieser Song noch mal eine erhebliche Steigerung zu unseren, speziell Jans, bisherigen Bemühungen darstellte, Musik für die Ewigkeit zu schreiben. Der Song mit einem Thema, das so noch nicht beschrieben worden und trotzdem ein Liebeslied war. Auf Deutsch funzt das Ganze aber doch mehr.
Farin: Noch lustiger ist die "Cockney-Version‹". Ich war damals sehr, sehr viel in London und bildete mir prompt ein, den Akzent gut genug zu beherrschen … ähm, nein. Quelle: Seitenhirsch
* Das ist Rock’n’Roll: Farin: Noch ein "Gabi & Uwe"-Stück, wie immer an einem Tag im Preussenton entstanden. Wir hatten den Auftrag, ein Lied über das (zur Abwechslung mal vertraute) Thema "Rockstars" zu schreiben, reservierten einen Tag im Studio und trafen gegen Mittag dort ein. Nach ausgiebigem Frühstück setzten wir uns mit Block, Stift und Gitarre aufs Sofa, und eine halbe Stunde später waren Text und Musik fertig. Um 10 Uhr abends waren die Aufnahmen abgeschlossen und um 2 Uhr morgens der Mix. Und alles selbsterlebt!!! Ach ja: Das Schlußwort ist ein Zitat vom "Schlächter von Brooklyn". Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Bela: Diesmal erleben Gabi und Uwe im Auftrage "Moskitos" die Tücken der Berufswahl, wobei für Uwe wie auch für uns früher feststand: Ich werde Rockstar. Der Song ist superauthentisch - den Tennisschläger vor dem Spiegel werden auch Leute wie Slash oder Gary Moore nicht verleugnen. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* DUNKEL: Der letzte Song der geschrieben wurde für DUNKEL. Einen Tag geschrieben, bevor Bela ins Studio ging um Schlagzeug aufzunehmen.  Quelle: FluxFM Radio-Interview
* Die Wiking-Jugend hat mein Mädchen entführt: Die Originalversion heißt "The KKK Took My Baby Away" und stammt von den legendären RAMONES, die Wiking-Jugend ist eine mittlerweile verbotene rechtsextremistische Jugendorganisation, die ärzte haben das Lied für den RAMONES Tributsampler "Blitzkrieg Over You" und zuerst auf der Single "Friedenspanzer" gecovert.
* Der Misanthrop: Der Begriff stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt "Der Menschenfeind"
* Die Antwort bist du: Bela: Zu der Zeit haben Farin und ich viel Glamrock gehört. Gary Glitter, Sweet, T-Rex usw. Der Song war mein Beitrag zu dem Thema. Quelle: Prawda 06
* Der Tag: Farin: Der verzweifelte Versuch, endlich mal eine Frau mit auf Ärzte-Tour zu nehmen: Nur für dieses Duett! Aber, ach: Es sollte nicht sein. Quelle: Prawda 06
* Die ewige Maitresse: Rod: Ein kurzer, einfacher Song. Bela hatte einen guten Text dazu, und er hat es auch sehr gut gesungen.Quele: Prawda 07
* Die Ärzte: Farin: Wir haben uns in der Anfangszeit sehr mit uns beschäftigt (nein, nicht was IHR jetzt denkt), und zu einer anständigen Superheldenband gehörte auch ein Song über uns. Übrigens meines Wissens das einzige Mal, dass der Name "Ärzte" von uns wörtlich eingesetzt wurde - wahrscheinlich geriet der Song deshalb bandintern schnell in Vergessenheit. Quelle: Prawda 07
* Dinge von Denen: Rod: Ich habe zu der Zeit das Klavier wieder entdeckt, und habe wie ein Irrer Klavier zum Beach Boys "Pet Sounds"-Album und The Zombies "Odessey & Oracle" geübt. Ich nahm mir vor, die Songs für das nächste DÄ-Album direkt auf dem Klavier zu schreiben. Es hat mich total angekickt, mal andere Akkord-Auflösungen zu verwenden als auf der Gitarre (wo man dann doch immer wieder auf seine alten Tricks zurückfällt). Als der Song fertig war, wollte ich unbedingt eine Referenz an "Your mother should know" der Beatles im Intro drinhaben, aber so, dass Bela das nicht mitkriegt. Farin hat den Chor wunderbar hingekriegt, und die Streicher im Unplugged-Arrangement haben dem Song noch einen extra push-over-the-cliff gegeben. Quelle: Prawda 07
* DOOF: Bela: Stellung zu beziehen ist zum einen gerade wieder angepfiffen, klar! Bei „Doof“ stand ja erstmal der Text „Mit Nazis reden“ von Wiglaf Droste Pate, aber zum anderen war die Idee, mal wieder ein schönes Sing-along gegen Nazis zu machen. Fast ein bisschen naiv dahin gesungen, aber cool! Quelle: Plastic-bomb.eu
Bela wollte gerne den WDR-Kinderchor haben, der "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau" sang. Bekam er aber nicht. Quelle: Musikäxpress
Gab es bereits zu "HELL" und Farin wollte den unbedingt darauf haben. Bela konterte aber, dass ja bereits "WOODBURGER" drauf ist. Und obwohl jeder bei der Abstimmung drei Punkte vergeben kann, hat Farin "DOOF" vier Punkte gegeben, weil er ihn unbedingt auf dem neuen Album haben wollte. Quelle: Gitarre & Bass
E


* Ein Lied über Zensur: Farin: Siehe "Rettet die Wale", aber hier hat Bela am Text mitgeschrieben - meiner war ihm zu harmlos. Das ganze war ne Art Auftragsarbeit für einen Sampler über - na was wohl? - Zensur. Spielen Rod und ich gerne bei Soundchecks an, worauf Bela meist die Augen verdreht und von der Bühne geht. Quelle: Prawda
* Erna P.: Farin: Siehe "Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt": Da kamen dann zu den Stray Cats Psychobilly-Bands wie die Meteors. (Unbedingt kaufen: In Heaven, ihr erstes Album. Phantastisch!). Ist bei den Aufnahmen zur "Debil" enstanden, aber als alte Kabalisten hatten nur 13 Stücke Platz; und "El Cattivo" & "Micha" waren erstmal genug Rockabilly fürs Album. Ich mochte das Böse in dem Text. Quelle: Prawda 05
* El Cattivo: Ist italienisch für "Der Böse"
* Ewige Blumenkraft: Bela: Ziemlich am Anfang der Band hatten wir ein Skinhead-Problem, sowie den Vorwurf irgendwelcher Hippies, daß wir zu unpolitisch seien. Also schrieben wir eine bekennende Hymne über Liebe, Frieden usw. Ergebnis: Bei der Uraufführung des Songs im Berliner "Loft" zeigten uns Hippies und Skins den Mittelfinger - egal. Später nahmen wir den Song als B-Seite für die "Für immer"-Single stilecht in Manne Präkers Wohnzimmer knieend, Händchen haltend und mit geschlossenen Augen auf. Der Songtitel stammt übrigens aus dem "Illuminatus", einer Buchreihe zweier drogenverrückter Physiker und/oder Philosophen, die Anfang der 80er zugegebenermaßen auch bei mir noch kultig waren.
Farin: Ein B-Seiten-Highlight: Die Ärzte go Woodstock! (Mit Hare-Krishna-Chören, Hans-Harz-Zitat, Jesuslatschen und allem, was dazugehört.) Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Elke: Farin: Während der Aufnahmen zur "Wahrheit"-LP wurden wir wochenlang im Studio von zwei Mädchen (!?) terrorisiert: Elke und Daniela. Sie riefen ca. 2000 mal am Tag an und ließen uns nicht zur Arbeit kommen. Leider hatten sie auch den Fehler gemacht, uns Fanpostbriefe mit ihren Fotos zu schicken... Als ich dann einmal von dem hirnlosen Gekicher extrem genervt war, drohte ich Elke an, ein Lied über sie zu schreiben, falls sie noch einmal... Sofort klingelte das Telefon wieder - also waren sie fällig. Am nächsten Tag hatte ich Ringe unter den Augen und acht Strophen Elkehass, von denen leider nur drei übrig blieben - der Rest war selbst uns zu hart. Am Ende fehlte nur noch das Gitarrensolo "Bela für Daniela": Bela stellte sich auf's Sofa, Hoffmann und ich knieten vor ihm nieder, und in einem Take spielte er das Solo: ein Genie eben.
Bela: Mein drittes Solo auf einer Ärzte-Platte. War Jimi Hendrix' Gitarrenspiel von vielen verschiedenen Emotionen geleitet, so inspirierte mich nur eins: Grenzenloser Ekel. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* EINSCHLAG: Farin: Im Song „Einschlag“, den Bela geschrieben hat, geht es um Femizid. Ein Thema, das in einem Rocksong sehr schwer zu behandeln ist. Heute bekomme ich richtig Gänsehaut, wenn ich den Song höre. Quelle: profil.at
Erschien bereits auf der Platte "Bela B & Danube's Bank - live at Clouds Hill" unter dem Titel "Ein Schlag Nur". Der Text geht auf das Schicksal von Tuğçe Albayrak ein. Zeug:innen-Aussagen zufolge wurden dort 2 weibliche Jugendliche auf der Toilette von männlichen Jugendlichen belästigt. Tuğçe wollte den Streit schlichten und wurde letzten Endes auf dem Parkplatz niedergeschlagen und verstarb wenig später an den Folgen des Aufschlags. Bela widmete das Lied explizit Tuğçe auf den Clouds Hill-Aufnahmen.
* ERHABEN: Farin: Es gab mal das wunderschöne "Lied vom Scheitern" von Bela, was schon ein Stück weit persönlich war. Mir ging es jetzt bei "Erhaben" darum, das Scheitern als das Gegenteil darzustellen. Etwas, das von außen wie ein Scheitern wirkt, kann für einen selbst ja auch die totale Erfüllung sein. Dieses Bild fand ich sehr schön. Die anderen haben den Text sowieso nicht gehört. "Da singt er wieder irgendwas. Ist doch egal."
Bela: Nee, ich mochte den Text sofort, aber auch, weil ich das Wort "Erhaben" sehr mag, ein Wort, das wie ein Lichtstrahl scheint. Quelle: n-tv.de
* ERHABEN: Hieß ursprünglich "Die Schönheit des Scheiterns". Quelle: Radio Eins Interview
F


* Für immer: Farin: Damals war ich ein Riesen Marilyn Monroe Fan und fand den Gedanken reizvoll, ein Liebelied für eine längst Verstorbene zu verfassen. Auf der Maxi hört man sie übrigens: "Now, for the first time, I realize that all I really want is you!" und "I'm mad about you, too" - ich hatte ne LP (erinnert sich noch jemand an dies fossile Tonträgerformat?), auf der eine Fernsehsendung mit ein paar Sketchen der MM zu hören war. Quelle: Prawda 03
* Feminin: Farin: DIE Emanzenhymne schlechthin: Mrs. Bobbitt fand den Text auch gut. Und ich bin froh, endlich mal was für die Frauenbewegung getan zu haben - Veceremos!!
Bela: Befreit die Welt vom Patriarchat der Männer. Die FrauensympathisantInnen von den Ärzten helfen dabei. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Friedenspanzer: Farin: Rods Demo ohne Gesang war ein Punk-Hammer erster Kajüte. Bei den Aufnahmen zur "Bestie" saßen Bela, Rod und ein paar leere Weinflaschen morgens um drei in der Küche und sangen mir den fertigen Text zur Wandergitarre vor - ja, ich hatte Spaß!!!
Bela: Den Song schrieb Rod, als er noch nicht einmal ahnte, daß er bei den Ärzten spielen würde. Den Text schrieben wir gemeinsam während der Aufnahmen zur "Bestie". Rod spielt auch die Gitarren, während Jan mit dem Bass wieder auf frühe New Model Army machte. Während des Videodreh lernten wir sehr junge, hübsche Damen kennen. . Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Albert Slendebroek (Ex-Geschäftsführer Metronome Musik): "Friedenspanzer" war wieder so ein typischer Fall, wo wir bei der Metronome dachte: "Mein Gott! Da sind sie wieder mit ihren non-kommerziellen Single-Vorschlägen. Das kann ja nie ein Hit werden..." Natürlich wurden wir wieder mal eines Besseren belehrt... Diese Band hat schon immer ein unglaubliches Gespür für antizyklisches Denken gehabt, meiner Meinung nach das Geheimnis ihres andauernden Erfolges. PROST auf die nächste Nummer 1! Quelle: Booklet von Bäst of
G


* Goldenes Handwerk: Bela: Meine Hymne für die unterbewertetsten Bandmitglieder nach Bassisten. Dass die Single kein Hit wurde, lag wohl daran, dass es nicht super viele Schlagzeuger gibt und alle anderen Menschen da draußen mit dem Thema wenig anfangen konnten. Meine Mit-Band hat im Studio jedenfalls geheult vor Lachen. Quelle: Prawda 05
* Gehn wie ein Ägypter: Dies ist die die ärzte-Version des Bangles-Hits "Walk Like An Egyptian" mit deutschem Text zu gleicher Melodie
* Gehirn-Stürm: Rod: Zur Zeit der "Bestie" haben Bela und ich viel Raggamuffin gehört. Die Idee zu "Gehirn-Stürm" kam nachts in der Küche vom Conny-Plank-Studio. Es soll auch Alkohol geflossen sein. Nach viel Brainstormen blieb am nächsten Morgen ein Satz: "Hoffmann ist eine geile Drecksau" auf Belas Notizen, und so beginnt der Song schließlich damit! "Gehirn-Stürm" war das letzte Lied, das wir in der "Bestie"-Session aufgenommen haben, und ich erinnere mich, dass ich die ganzen Synthies mit einem kleinen Casio-Rapman eingespielt habe (das ist das Mini-Keyboard, welches ich dann anschließend auf den nächsten Tourneen benutzt habe, um z.B. "Schopenhauer" aufzuführen") Quelle: Prawda 07
* Geschwisterliebe: Farin: Wir dagegen sind ja unschuldig auf dem Index gelandet. "Geschwisterliebe", das immer noch indiziert ist, habe ich geschrieben, als ich 15 war. Da hatte ich noch nicht einmal Sex gehabt, also nicht mit Penetration. (lacht) Das Wort "flachlegen" hatte ich gerade kennengelernt und fand es super lustig. Quelle: NTV
* Grace Kelly (Richy Guitar Version): Farin: Das hat uns damals schwer mitgenommen, daß die arme Fürstin Grazia Patrizia so unschön aus dem Leben gerissen wurde - die hier vertretene Huldigung ist die, die wir für den unsäglichen Film "R. Guitar" aufgenommen haben. Axel Schulz spricht Grace. Damals durfte noch kein Verzerrer den klaren Klang meiner Gretsch Tennessean verunstalten - das hat sich erst mit der 3. LP so richtig ergeben.
Bela: Schon mit diesem (einer unserer ersten) Song kollidierten wir mit den Geschmacksnerven einiger Radiomacher, was uns scheißegal war. Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Gabi gibt ‘ne Party: Bela: Gabi und Uwe wieder hart am Leben, mit allen Schikanen: Party-Wrecking-Crew; sodomitische Nekrophilie (zumindes angedeutet) und ekliger 70er Rock - leider nicht nur angedeutet.
Farin: Eigentlich mein Favorit unter den "Moskito"-Stücken (= Aufnahmen für den SFB mit vorgegebenem Thema als Titelsong). Das Thema war "Party", und die Aufnahmen auch - wie so oft. Aber hört selbst. Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Gute Zeit: Bela: Hieß ursprünglich 'Brigitte' und handelte von der großen Brigitte Nielsen, die sich damals gerade von Sylvester Stallone scheiden ließ und alle möglichen pikanten Details ihrer Beziehung in der Presse rumposaunte. Irgendwann tat "Sly" mir leid (oder war der Text so mies?), und ich änderte die Musik im Refrain und im Text. Nun sang ich originellerweise über das Lotterleben auf Tour und ließ unsere Marshalls als Tribut an den großen Nigel Tufnel von Spinal Tap bis ELF gehen.
Farin: Bela hatte ein ZZ-Top-ähnliches Demo mit wunderschönem Text über Brigitte Nielsen und ihre Silikoneuter. Die Strophen wurden übernommen, aber Bela schrieb einen neuen Text & Refrain - etwas sehr tiefschürfendes über unser Tourleben - ein eher konfuzianischer Text. Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze

H


* Hände innen: Bela: Ganz ehrlich? Ich finde den Song einfach nur scheiße... öhem... die Musik, den Text. Ist das Rap? Ist das Pop? Und die doofen Sprichwörter im Text. Ich war so angewidert, dass Farin ihn als Hidden Track auf der "Geräusch" vorschlug. Ähnlich war das bei "Lady" auf der "13", nur dass da wiederum Uwe Hoffmann total angeekelt war. Ich weiß nicht, ob das Finden eines Hidden Tracks bei uns so erstrebsam ist. ;-) Quelle: Prawda 04
* Hurra: Farin: Ganz ehrlich: Die Cover-Version von Pankow ist besser als meine. Chapeau! Quelle: Prawda 04
* Hair today, gone tomorrow: Bela: Auf den Text bin ich ziemlich stolz, der Song ist'n bisschen zu Powerpop. Metal wäre dem Text angemessener gewesen, aber die Gitarrenmelo ist doch immer noch echt fesselnd. Quelle: Prawda 05
Ein Song von Bela, der eine Anspielung auf den Ramones-Song "Here Today, Gone Tomorrow" ist.
* Hey Huh (In Scheiben): Bela: "Ein Text muss her, ein Text muss her ... ach, da is er ja!" So ungefähr ist das damals gelaufen. Quelle: Prawda 07
I

* Ich bin reich: Farin: Bela kam mich besuchen, und wir nahmen den lustigen Sänger / Chor-Dialog beziehungsweise –Streit am Ende des Liedes auf. Ja, wir hatten Spaß!
Bela: Those funny guys... Quelle: Seitenhirsch
* Ist das alles?: Bela: Ist fast autobiographisch - außer: Ich bin wirklich faul, es heißt nicht nur so.
Farin: DER Felsenheimer-Hit schlechthin für mich. Super Melodie, super Text, super Gesang - (Danke für die 20 Mark, Bela!) Bei den Aufnahmen experimentierte ich mit einem Guitar-To-Midi-System rum, was aber, glaube ich, nicht weiter unangenehm auffällt. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Ich weiß nicht (ob es Liebe ist): Farin: Sollte eigentlich ein blödes Liebeslied werden, mit Streichquartett und Schmachtgesang. Der Schluß war nicht beabsichtigt, der Lacher ist also echt (Nennt mich Jolly Jumper).
Bela: Jan hat die Angewohnheit, beim Demo-Gesang, also bei der ersten Gesangsspur, die man als Arrangement-Hilfe aufnimmt (als Songgerüst sozusagen), nie den richtigen Text und auch höchst selten tonal korrekt zu singen. Der Lacher am Ende des Songs ist von solch einer Demospur. Niemand weiß mehr so recht, was Farin davor gesungen hat. Ein späterer Studiobrand zerstörte sämtliches Beweismaterial - aber eins ist klar: Seine Lache klingt verdammt dreckig. Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
J


* Ja (Demo): Farin: Ich kam grad aus Brasilien und wollte unbedingt mal portugiesisch singen - der Text ist ziemlich albern. Der Titel "Ja" stammt noch aus dem (zunächst) deutschen Text des Demos: "Sie hat ja, ja gesagt, als ich ihr die Frage stellte...", den die anderen rundheraus abgelehnt haben. *seufz* Quelle: Prawda 03
* Jenseits von Eden: Bela: Wir fanden die Schwere des Songs schon ziemlich gut, auch wenn's ein reiner Schlager ist. Deshalb haben wir versucht, das Lied noch pathetischer zu machen, statt wie damals üblich, Schlager einfach schnell nachzuspielen (siehe z. B. Rote Rosen). Wer beim Schluss genau zuhört, kriegt mit, wie beim sich ständig wiederholenden Ende der Applaus ständig abnimmt - ein bisher unbemerkter Gag. Als wir in dem Jahr den Komponisten Drafi Deutscher (u. a. auch von "Marmor, Stein und Eisen bricht") trafen, beschwerte er sich bei mir darüber, dass ihm unsere Version nicht hart genug wäre. Quelle: Prawda 03
Erstmalig gesungen vom Schlagersänger Nino de Angelo, auf dem Album "Die Ärzte" als Coverversion zu finden.
* Jag Älskar Sverige!: Farin: Ich fand Norwegen immer doof. Quelle: Prawda 07
K


* Komm zu Papa: Bela: Mein Beitrag zum 80iger New Wave-Revival, plus selbstironischer Vergangenheitsbewältigung. Die Paechbrot-Sprüche sind der wirklichen Werbung des Brotherstellers nachempfunden, die in sämtlichen U-Bahnen Berlins hing und neben Wilhelm Busch und den Comedian Harmonists unsere Reimschule war. Quelle: Prawda
* Kamelralley: Bela: Eins der wenigen Sahnie-Stücke. Wir wollten, dass sich auf unserer ersten LP wenigstens ein Lied von unserem Bassisten befindet und baten ihn, eins zu schreiben. Er war damals großer Fan der Softrockband Münchner Freiheit, was ich echt zum Kotzen fand, was aber diesen schäbigen Song erklärt. Jedenfalls kam er dann mit diesem Liebeslied an, was textlich zwar völlig belanglos war, musikalisch aber, naja, ging. Damals haben wir noch regelmäßig geprobt und Stücke im Übungsraum arrangiert. Farin und ich haben erst mal den Text verändert. Die Klage eines Volldeppen, der nicht erkennt, dass sein Girl ihn verlässt, weil er zu langweilig ist. Das passte gut in unsere schwarzweiße "Punker contra Spießer"-Welt und gut zu Sahnies Stimme. Den Refrain haben wir dann mit den Antwort-Shoutings aufgepeppt und den kanonartigen C-Part dazu erfunden, und fertig war die Ballade des Albums. Ein paar Mal musste Rod den Song singen, weil wir das witzig fanden. Das Publikum wohl weniger?! Quelle: Prawda 05
* Käfer: Farin: Ich hab versucht, ein Pistols-Stück zu schreiben und zu singen, was einigermaßen gründlich in die Hose ging - trotz 9 Gitarrenspuren. (Ich nehme übrigens keine Drogen, wie einige Menschen nach Genuß des Textes behaupteten.)
Bela: Die erste verzerrte Gitarre, die Jan in seiner Karriere jemals aufnahm - und das erst auf dem zweiten Ärzte-Album. Quelle:Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Kopfüber in die Hölle: Bela: Der Song ist ein echter Live-Knaller und wurde von uns auf den meisten Touren gespielt. Später im Wechsel mit "Rebell", weil beide Songs eine ähnliche Attitüde haben. Für die Single änderten wir die "Hertie"-Zeile, weil sich ein echter Hertie-Kassierer (und DÄ-Fan) bei uns über die Ausgrenzung von Kaufhaus-Kassierern beschwert hatte. Uns war das peinlich, also schrieben wirs um. Für mich auch deshalb tragisch, weil ich mich damit eigentlich bei meinem Ex-Arbeitgeber rächen wollte, der mich noch in meiner Lehrzeit wegen der bunten Haare rausgeworfen hatte. Quelle: Booklet von Bäst of
* KERNGESCHÄFT: Bela: Ja, es ist unser erstes Rap-Feature überhaupt. Ich hatte den Text schon relativ lange und wollte noch einen Rap-Part unterbringen. Eigentlich hatte ich jemand anderen im Kopf, und zwar Torch. Als das Ganze dann fertig arrangiert war, passte das aber nicht mehr für mich. Dann habe ich überlegt, welche Rap-Platten ich mir in den letzten Jahren gekauft habe. Das waren nur drei. Eine davon war das zweite Album von Ebow. Das fand ich sehr, sehr gut, also habe ich sie gefragt. Die Zusammenarbeit mit ihr war total toll, dabei habe ich sie noch nie getroffen. Wir haben nur telefoniert und gemailt, sie hat ihren eigenen Text geschrieben. Ich hoffe, sie bald mal auf einen Drink zu treffen. n-tv.de
Eine Plattenverkäuferin hat zu Bela den Satz "Musik ist älter als Kapitalismus" gesagt, aus dem dann dieser Song entstand. Quelle: Musikäxpress
* KRAFT: Am Ende gibt es ein Quietsche-Entchen Sample, welches nur im Song ist, weil Farin das so toll findet. Quelle: Gitarre & Bass
B.B.: In „Schweigen“ geht es um Sprachlosigkeit in einer Beziehung, in „Kraft“ geht es ums Wort selbst. Ich hatte Farin einige Links zu neuen Bands wie Idles oder Viagra Boys geschickt, weil ich dachte, die könnten ihm gefallen.
F.U.: Und davon war ich so inspiriert, dass ich sofort morgens beim Zähneputzen den Text geschrieben habe – am Nachmittag war der Song fertig. Quelle: FAZ
Bela hatte die Idee, die Platte mit einem fiktiven Gespräch der Drei zu eröffnen, aber halt von bekannten Synchronsprechern vertont. Wurde aber vergessen während der Produktion und dann war das neue Platten-Intro schon fertig. Deswegen wurde der Text von KRAFT von den 3 Synchronsprechern aufgenommen und hier übereinander gelegt/beschleunigt.
Quelle: Radio Eins Interview
L


* Leben vor dem Tod: Farin: Das ist wie in Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker "Blade Runner".Im Grunde wollte der Protagonist nur Antworten auf die großen Fragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wie viel Zeit bleibt mir noch? Mit "Leben vor dem Tod" wollte ich das direkteste und unmittelbarste Liebeslied schreiben. Es gibt nur ganz wenig Musik, sehr dichten, intimen Gesang-keine ironischen Brechungen, einfach nur das Herz ausschütten. Quelle: profil.at
* Leichenhalle: Rod: Eine einfache, kleine Gruft-Story. In der Leichenhalle vergessen zu werden war ein Gedanke, der mich schon als Teenager beschäftigt hat (ausgehend von der "Edgar Allen Poe"-Story "The Fall Of The House Of Usher, The Premature Burial", wo man als Narkoleptiker begraben wird und dann in der Gruft aufwacht). Als klar war, dass Leichenhalle aufgenommen wird, fragten wir den damaligen Master of Gothic Andrew Eldridge (Sisters Of Mercy), der zu der Zeit in Hamburg wohnte, an, ob er nicht eine Zeile auf meine Frage antworten könnte "Andrew Eldridge hörst du mich?". Er war von der Idee, bei einer Gruft-Persiflage mitmachen zu können, äußerst angetan, aber konnte aus Zeitgründen nicht. Also mussten spontan die Schlümpfe herhalten.  Quelle: Prawda 06
M


* Mondo Bondage: Farin: Ich schlug Bela nur den Titel vor - der Rest ist von den beiden. Hammersong!! Bela: Rodrigo schickte mir ein Demo mit dem Song. Es gab noch keinen Text, er hatte nur irgendwas in Phantasieenglisch drauf gesungen. Farin erzählte mir, dass er aus dem Wort Mondo Bondage etwas machen wolle, aber noch nichts hätte. Ich nahm den Titel und packte all mein Betty PageJohn Willi-Fetisch-Wissen in den Text. Das tiefe Gegreine im Refrain wird von Farin und mir live immer variiert. Das letzte Mal sangen wir z. B. "Nuschelnuschel, murmelmurmel"- harr harr. Quelle: Prawda 04
* Mit dem Schwert nach Polen, warum René?: Rod: Dieser Song war einer der letzten Songs, die Bela, Olli und ich für Depp Jones komponiert hatten. Textlich bestand es aus einer wahren Begebenheit eines Jungen, der als Ninja bewaffnet nach Polen zog. Die Gründe, warum er das machte, sind bis heute unklar, aber die Springerpresse brachte das auf den Punkt: "Mit dem Schwert nach Polen. Sag warum René?". Als wir die "Bestie" aufnahmen, fiel uns dieser Song wieder ein und wir beschlossen, ihn einfach mal auzunehmen, denn es gab nur ein 8-Spur-Demo mit Drumcomputer davon. Wir waren vom Ergebnis begeistert, und ich erinnere mich an den Tag, wo wir der Plattenfirma das fertige Werk vorspielten und Wolf Dieter Grammatke (damals Chef von Polygramm, dem Mutterkonzern von der Metronome) von diesem Song und der Melodie besonders angetan war, zu allen anderen Songs ("Schrei nach Liebe", "Mach die Augen zu" etc.) kam überhaupt kein Kommentar. Ich fand das sehr bizarr! Quelle: Prawda 05
* Mein kleiner Liebling Bela: Mein erster zu glatter Popsong. Vielklang wollte mit dem Song (und ein paar "harmlosen" anderen auf der "Uns geht's prima"-EP) die Plattenindustrie von unserer Hit-Tauglichkeit überzeugen. Aus heutiger Sicht eine Aktion, auf die wir nicht sehr stolz sind. Allein genommen ist das Lied aber schon ein Stückchen Zuckergusspop mit einem herrlich naiven Schmunzeltext vom Drogenmonster der Band. Quelle: Prawda 06 Der Song wurde (ebenso wie "Teenager Liebe") im Zuge der Aufnahmen für die Uns geht's prima... von einem professionellen Studioschlagzeuger eingespielt, den Vielklang ohne Belas Wissen engagiert hatte. Bela war darüber so sauer, dass er damit drohte, die Band zu verlassen. Quelle: Buch Ä, S. 97

* Matthäus 1:5:0 Bela: Wir brauchten noch eine B-Seite, Lothar Matthäus hatte gerade sein 150tes Länderspiel, was im Studio im TV lief. Rod und ich finden Herrn Matthäus widerlich, also haben wir schnell eine Grindcore-Nummer improvisiert und irgendeinen Scheiß drüber gegrowlt. Ich sag mal, kein sehr inspiriertes Stück Musikgeschichte. Quelle: Prawda 06
* Mr. Sexpistols: Bela: Als ich zur Schule ging, gab's in den Bussen immer diese Graffitis: "Mr. Hatndicken grüßt Mrs. Willndicken" usw. Diesen schönen Brauch wollte ich mit diesem Song der Unsterblichkeit zuführen.
Farin: Ein 34 Jahre altes Lied aus der prä-"•••••l"-Ära. Damals hat Sahnie noch Bass gespielt. Der Text ist komplett selbsterlebt, schätze ich - außer, daß Bela nie 'ne Monatskarte besaß, seit ich ihn kannte. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Madonna’s Dickdarm: Farin: Bela, Hagen und ich stellten vor der Abschlußtour fest, daß wir zuwenig Stücken hatten (nur 40 oder so) und schrieben diese Hymne der Sinnlosigkeit. Kam gut.
Bela: Weil uns in der Mitte der Text ausging, mußte good ol' Schiller herhalten. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
* Morgens Pauken: Diese Vielfalt ist eines eurer Markenzeichen. Auch bei ‚Morgens Pauken‘ seid ihr alle drei involviert – was im Video sehr unterhaltsam umgesetzt ist. Kannst du uns ein bisschen was dazu erzählen?
Rod:Die Musik stammt von mir, Bela hat den Text geschrieben. Ursprünglich sollte ich das Lied alleine singen. Allerdings hatte Bela das Demo gesungen. Das wollte ich erst mal so belassen und es so Farin vorspielen, damit er uns sagen kann, was er davon hält. Irgendwann kam der Gedanke auf: Wie geil wäre es denn, wenn wir alle drei auf der ersten Single zu hören sind? Jeder hat seinen Part und singt mit, Bela und ich teilen uns die Strophen, Farin macht die Chöre, den Mittelteil, die Nicht-Shouter-Stimmen.
Wie kam es zu der Vocoder­-Passage im Refrain?
Rod: Irgendwie hat uns der Refrain anfangs noch nicht richtig gefallen. Wir fanden, das muss irgendwie verfremdet sein. Und dann kam der Gedanke an Kraftwerk. Was ist, wenn den Satz „Alles ist Punk“ eine Maschine spricht? Und daraus assoziierte der Regisseur des Videos: „Ihr seid Maschinen, Roboter aus einer anderen Galaxie, die die Welt vernichten.“ Solche Sachen entstehen aus einem Brainstorming und sind teilweise total improvisiert. Man probiert etwas aus, lässt es einen Tag liegen und entscheidet sich dann spontan: Okay, so machen wir das.
Natürlich haben wir auch Songs, bei denen vom Demo bis zur fertigen Produktion nicht wirklich viel wesentlich Neues dazu gekommen ist, aber ich liebe es, wenn die Stücke im Studio ein eigenes Leben entwickeln, wo alle dran arbeiten und sich einbringen. Das sind, finde ich, immer die Stärken dieser Band – und meistens auch die stärksten Stücke.
Textlich beschäftigt ihr euch erneut ironisch mit dem Thema „Was ist Punk?“.
Rod:Die Single ist halt ein Statement. Das brettert ganz ordentlich los. Wir haben uns schon gedacht, dass es nicht gerade der Radiohit wird, aber als „Hallo, wir sind wieder da“-Botschaft ist es schon eine ziemliche Ansage. (lacht) Wir haben sehr viel positives Feedback von anderen Musikern bekommen und auch von anderen Leuten, die eher Punk hören. Die haben den Text verstanden und sind fast umgefallen vor Lachen. Quelle: gitarrebass.de
N


* Norma Jean: Gewidmet an Marilyn Monroe. Der Song wurde später zu "Für immer"
* Nazareth: Rod: Eine unglaubliche Komposition aus dem Hause B. Ein wunderschöner 6/8-Walzer mit einem "Miss Marple"-Spinett. Leider konnten wir bis heute "Nasenkotelett/Nazareth" nicht live aufführen :-( Quelle: Prawda 05
Der Song sollte eigentlich "Nasenkotelett" heißen, Bela brachte aber im stark angeheitertem Zustand nur "Nazareth" über die Lippen und so entstand der Titel
* N 48.3: Dies ist die ICD-Nummer (ärztliche Diagnosenabrechnungsnummer) die den Priapismus , eine schmerzhafte Dauererektion des Penis, beschreibt - sprich Dauerständer
* Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas!: Der Song ist wahrscheinlich eine Anspielung auf das Werk von Kurt Tucholsky "Nie wieder Krieg". Der Song ist ja eigentlich mehr unter "Hütchenspiel" bekannt.
* NOISE: Bela B: Der ursprüngliche Song war ein Farin-Urlaub-Lied, das wir bei "Hell" schon abgelehnt hatten. Mir ist aber der Refrain nicht aus dem Kopf gegangen. Dann hab ich Farin gefragt, ob ich mit dem Lied spielen dürfe, und die Idee hat ihm gefallen. Ich hab neue Strophen dazu komponiert und den Strophen-Text auch geändert und dem Song damit einen anderen Sinn gegeben. So entstand nach langer Zeit wieder eine gemeinsame Arbeit an Text und Komposition von Farin Urlaub und Bela B. Der Text nimmt auch ein bisschen Bezug zu uns beiden, zu unserer Situation. Darum ist ein Duett. Und das ist so Ärzte-mäßig, dass eigentlich niemand damit rechnet. Quelle: saechsische.de // dpa
* NACHMITTAG: Farin: Das ist ein Song, den hätte ich so nicht singen können. Also, weil das ist nicht meine Welt. Aber der Bela lebt ja in so einem Comic und Film Paralelluniversum der hat sofort verstanden warum er das Lied singen sollte. Also es ging nicht nur um die Stimmlage. Es war sehr schön, er hat sich gefreut. Ich wusste erst nicht, ob er den Text vielleicht doof finden oder so, aber er hat den dann ziemlich gefeiert und hat es dann auch super schön gesungen. Erstens ging es darum mal wieder etwas neues zu machen, also mit Absicht ein Lied für ein anders Bandmitglied zu schreiben und dann natürlich auch Belas mega sexy Stimme und aber auch in seiner Welt zu bleiben. Weil auf den Soloalbum ist er ja noch viel mehr in dieser Westernwelt eingetaucht und ich dachte ich könnte ihm mal ein Lied schreiben was ein bisschen anders ist als die Stücke, die er sich selber schreibt. Quelle: MDR Jump
O



* Opfer: Handelt von einem Waffenhändler. fu hat in einem Amnesty(?)-Magazin einen Artikel über die Rechtfertigungen eines Verkäufers von Landminen gelesen und den Song als Reaktion darauf geschrieben.
Rod: Wir haben mal eine ganze Tour mit dem Song eröffnet. Im Nachhinein glaube ich, dass die Zuschauer ein 2,5 minütiges weißes Rauschen gehört haben müssen (so ähnlich wie bei "Dauerwelle vs. Minipli"). Quelle: Prawda 07
* Ohne dich: Farin: Es kommt - zum Glück - nicht oft vor, daß ich jemanden abgrundtief hasse, aber in diesem Fall wäre ich fast geplatzt. Um meine schlechten Gefühle loszuwerden, schrieb ich sie einfach auf. Die Aufnahmen waren lustig - mit einer pfeifenden Ilse Werner, Bela, Hoffmann, Ronnie und mir an den Burunditrommeln für die Landbevölkerung - und heute ist "Ohne dich" traditionell unter den ersten vier Liedern jedes Konzertes. Klar, jeder kann irgendwen nicht leiden: Bela mich, ich ihn usw...
Bela: Ilse Werner hat mir ein Autogramm für meine Eltern gegeben. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze

Farin: Die Münchner Freiheit war damals der Grund, warum ich den Song überhaupt geschrieben habe. Das lief immer im Radio und wir liefen da nie. Also dachte ich, ich schreibe jetzt auch ein Lied, das "Ohne dich" heißt, aber das geht anders. (lacht) Quelle: n-tv.de
* OUR BASS PLAYER HATES THIS SONG:
Urlaub: Das ist einfach die Wahrheit. Rod meinte, als ehemalige Punkband können wir uns nicht hinstellen und den Menschen wie in der „Sesamstraße“ oder der „Sendung mit der Maus“ erklären, was Demokratie ist Quelle: profil.at
Beim Entscheiden, ob ein Song aufs Album kommt, werden Punkte vergeben. Jeder der Drei hat 3 Punkte. Rod hat einen halben Punkt vergeben und nur deswegen ist der Song noch aufs Album gekommen. Quelle: FluxFM Radio-Interview
Rod war ja, wie bekannt, nicht so glücklich mit dem Inhalt des Songs und meinte dass es wie "Sendung mit der Maus"-Erklärungen klingt. Bela und Farin haben hinter seinem Rücken das "Intro" einsprechen lassen und Rod sogar ein falsches Master zum Freigeben geschickt. Erst als die Platte fertig war wurde sich zum Probehören getroffen. Er musste aber los und hat auch hier das Intro nicht gehört. Erst mehrere Wochen später in Interviews hat er es dann bemerkt durch Fragen der Interviewer.  Quelle: Radio Eins Interview
Arbeitstitel war "Es geht nicht ohne dich", "Demokratie" fand Farin zu Stumpf und "Ohne dich" gab es schon, daher dann "Es geht nicht ohne dich" Quelle: MDR Jump
Bela: Peter Lustig hat dieses Zitat eh nicht gesprochen, das ist eine Phantasie, wie wir jetzt auch erst herausgefunden haben. Das ist so nie gesagt worden, auch nicht vom Sprecher der Maus. Das waren Comedians, die das persifliert haben und da kam dieser entscheidende Satz dabei heraus. Wir haben den Sprecher von der Maus nicht bekommen, da hat sich der WDR quergestellt. Also haben wir einen befreundeten Stimmimitator, Sefan Kaminsky, um Hilfe gebeten. Quelle: Plastic-bomb.eu
P

* PLAN B Farin: Den Song den ich komplett raus geworfen hatte. Hab gesagt "na den kann man als B-Seite benutzten" und dann kam Bela und meinte "nee das album braucht nach E.V.J.F.M., wo auch keiner weiß was es heißt übrigens, braucht einen Rock Einstieg, einen Punk Einstieg der positiv ist und dann mit deiner typischen strahle Stimme und so, lass uns den mal dahin machen. Bela: das ging mir da, das ist einer von den Songs wo es mir um den Text ging, um die Botschaft im Text. Ist einfach genau nach 8 Jahren ohne Ärzte Platte, mal die beiden schon veröffentlichen die drei bisher veröffentlichten Songs aussen vor, einfach so eine Botschaft die die die sich auf uns bezieht die positiv ist und das war bei Plan B mehr als bei vielen anderen Songs, also bei vielen anderen Songs habe ich mich eher musikalische entschieden bei dem Song gings mir sehr um den Text wobei der auch auch musikalisch ein Knaller ist. Quelle: YouTube
Q

* Quark ‘94 Farin: Neuer Text, neuer Gesang (Klar), neuer Mix: Der verzweifelte Versuch, aus einem alten Hut neuen Käse zu machen. Der Text ist ganz doll böse - so wie wir.
Bela: Aktuell zum Superwahljahr die neue, politisierte Version eines Farin Urlaub'schen Hass-Songs mit der immer wieder gern gehörten Weisheit um die Verlogenheit (nicht nur) deutscher Politiker. Der Genuß der letzten Slime-LP "Schweineherbst" ist nicht ganz unschuldig daran, daß die Neuversion um einiges härter klingt. Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
R


* Rettet die Wale: Farin: Ein typischer FU-Trümmer-Song, in wenigen Minuten runter gerissen. Macht live immer noch riesig Spaß, zumindest mir. :-) Quelle: Prawda 03
* Rennen, nicht laufen!: Farin: Es gibt einen sehr berühmten Jazz-Song namens "Walk, don't run". Den Titel empfand ich in meiner Sturm- und Drangphase (1963 - ??) als völlig lahmarschig - und schlug Bela vor, ein atemloses Lied mit gegenteiligem Titel zu schreiben. Wenn ich mich recht erinnere, ist das Riff von mir, den Text haben Bela und ich zusammen geschrieben. Im Studio meinte Micky Meuser (der Produzent der "ISdÄ"), dass Bela der bessere Sänger für den Song wäre, seitdem finde ich Micky doof. (Auch wenn er wahrscheinlich recht hatte. Pah!) Quelle: Prawda 04
* Roter Minirock: Rod: An oldie AND a goodie! Ich finde "Minirock" macht noch immer Spaß zu spielen (so wie "Zitroneneis", "Mr. Sexpistols", "Scheißtyp", etc.) und lockert ein dreistündiges Ärztekonzert ungemein auf! Quelle: Prawda 06
* Radio brennt: Farin: Der Text entstand auf Zypern, die Musik, glaube ich, im Übungsraum; die Maxi an zwei schönen Tagen im Studio. Erstes Intro: Heftiges Geschmuse am Mikrofon. Zweites Intro: Das erste Mal gerappt (1987). Und dann die eigentliche Maxi mit Metal drin und allem, was das Herz begehrt. Der Schlußsatz stammt von Schwarzenegger - diese Maxi ist mein All-Time-Favourite von uns.
Bela: Armseliges Gejammer über die bösen, bösen Radiosender. Aber was sollen die Ärzte zwischen 2 Unlimited und Dr. Alban? Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
S


* Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt: Farin: Farin: Definitiv meiner großen Begeisterung über die Stray Cats (und die durch sie geöffnete Tor zur wunderbaren Weltdes Rockabilly) geschuldet. Der Text ist selbst für meine damaligen Verhältnisse äußerst infantil. Der Anfang ist eine Hommage an die großen "Doo-Wop" Bands der fünfziger Jahre. Quelle: Prawda 04
* Stick It Out / What’s The Ugliest Part Of Your Body?: Farin: Zappa! Lange vor Punk entdeckte ich in der seltsamen Plattensammlung meiner Eltern die "we're only in it for the money" von Zappa & the Mothers of Invention. Ich hörte sie mir an und danach war nichts mehr wie vorher. Mit einem ebenfalls Zappaverrückten Freund rannte ich als 13-14-Jähriger oft nachts mit der Gitarre um den Hals durch die Straßen Frohnaus und wir sangen Zappasongs. Einer der intelligentesten Texter Amerikas, und er hatte offenbar einen die ärzte-ähnlichen Humor. (Höhö ficken.) Als er starb, war uns klar, dass es eine kleine Hommage geben musste. Der Song "Stick it out" stand schnell fest, aber da wir noch einige andere Lieder mit hineingearbeitet hatten, mussten wir den Titel als Medley vom US-Verlag freigeben lassen. Die Freigabe kam dann von seiner Frau persönlich: "we had a good laugh in the kitchen". Quelle: Prawda 04
Vereint die beiden Hits "Stick It Out" (vom Album "Joe's Garage") und "What's The Ugliest Part
* Schunder-Song:Ist nach Crewmitglied und DRM-Mitarbeiter Erik Schunder benannt
* Sweet Sweet Gwendoline: Farin: Es gibt einen schönen Comic von John Willie, "Die Abenteuer der Sweet Gwendoline". Das arme Mädchen wird ständig gefesselt, angekettet, geknebelt, gepeitscht etc. - mein Lieblingsheftchen damals. Während der Aufnahmen zur Platte waren wir ständig in einem Restaurant am Savignyplatz essen. Irgendwann lernten wir dort eine nette und beschwipste Stewardess kennen. Wir schleiften sie ins Studio und erklärten ihr den Text des Liedes und ihre Aufgabe: erotisch stöhnen und so. Das Ergebnis kann sich hören lassen! Die wunderschöne Orgel spielte übrigens Reinhold Heil.)
Bela: Unsere zum "Stöhnen" ins Studio gekommen angetrunkene Stewardess war der Aufnahmeraum nicht stimmig genug. Sie machte das Licht aus, hatte aber wohl Angst im Dunkeln. Also schickten wir den einzigen vertrauenswürdigen, weil nüchternen Mann zu ihr, den wir hatten: Farin Urlaub. Während sie also die gesamte Skala vom Entjungferungs-"Huch" bis zur Nase saudi-arabischer Libido-Hyänen durchstöhnte, hielt und drückte sie Jans Hand. Sein hochroter Kopf danach bestätigte schmerzlich die Regel, das in den schönsten Momenten nie eine Kamera zur Hand ist. . Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Farin: Ich war total stolz auf den Song und die schöne Gitarrenkadenz im Intro. Die Sekretärinnen in Jim Raketes Büro monierten allerdings zu Recht den einseitigen Text, da kam ich ihnen gerne entgegen.
Bela: Ach, war das schön, als noch Comics unsere Texte beeinflussten, hehe. Quelle: Seitenhirsch
* Schrei nach Liebe: Bela: Nach 74 fahren Trennung wieder ein gemeinsamer Song der "Keinen blassen Schimmer"-Twins. Die Strophen sind größtenteils von mir, der Refrain von Jan. Singen tun wir's dann genau umgekehrt. ...Noch einmal sind wir vom Rock-Olymp gestiegen. um Nazi-Idioten jeder Coleur mit dem flammenden Schwert der Rethorik zu belächeln. Aber ganz im Ernst: FICKT DIE NAZIS!!!
Farin: Früher hatten wir nie das Gefühl, etwas zu den politischen Umständen in Deutschland sagen zu müssen, da wir der naiven Ansicht waren, alle intelligenten Menschen müßten unsere anarchistische Weltsicht teilen. Nach 100 Jahren Pause (es wird übrigens nie wie-der die Ärzte geben) waren wir de Meinung, jetzt unser Maul aufmachen zu müssen - ob's was bringt, weiß ich nicht; aber es sollte deutlich machen, wie wir zur Nazipest stehen. (Sterbt.) Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Farin: Nachdem Bela und ich uns ein paarmal getroffen hatten, um über eine mögliche Zukunft der Ärzte zu reden, gab es eines Tages ein schicksalhaftes Telefonat. Ich war in Berlin bei Freunden zu Besuch, als Bela mir eröffnete, er hätte versucht, ein politisches Lied zu schreiben, würde aber nicht so richtig weiterkommen. Ich hatte dasselbe Problem: ein paar Textfragmente gegen die dumpfe braune Brut, aber ich wusste auch nicht wirklich weiter. Nachdem wir uns gegenseitig ein paar Zeilen zitierten, entstand die Idee, beide Textfragmente zu einem Lied zu kombinieren. Ich fuhr nach Hause und hatte eine (wie ich fand) gute Idee für ein Intro und dann eine Strophe, einen ruhigen Refrain... alles normal so weit. Bis Bela kam, sich das Ergebnis anhörte und meinte: "Nee, da fehlt noch was. Lass uns die doch einfach beim Namen nennen: Nach dem Refrain gibt’s eine Pause, und wir rufen "Arschloch!" Ich Idiot war erst mal skeptisch, weil das ja die ganze schöne Komposition zerhauen würde, also haben wir es einfach mal aufgenommen – Gänsehaut.
Bela: Wir hatten unheimlich Angst, da was "Peinliches" zu fabrizieren, was man uns als "Zeigefingerrock" um die Ohren haut. Schließlich haben wir Politisches in unseren Texten immer vermieden. Jan kam dann über Nacht mit einem Textentwurf an, den wir zusammen fertig machten. Als das Lied fertig war, hatte ich erst diese unbändige Lust, mit der Band weiterzumachen. Quelle: Seitenhirsch
Uwe Hoffmann (Produzent): Ja, da ging auf einmal alles wieder los. Erst ein geheimes Treffen im Norden. Demos hören. Pläne machen, ablachen. Ein Moment, den man in dieser Form nicht oft erlebt. Dann der ungewöhnliche Weg, einen Plattenvertrag zu bekommen (damals ging es noch um Plattenverträge), während schon im Studio die Aufnahmen begonnen hatten. Bela B. wollte damals auf gar keinen Fall in Berlin aufnehmen. Also gingen wir in den "Westen" und nahmen da die Drums auf, bis dass wir uns dort auf dem Land unfassbar langweilten. Also, ab nach Berlin... und wir sollten noch eine Menge Spaß haben. Quelle: Bäst of
T


* Tut mir leid: Bela: Ein Anti-Alkohol-Song, der durch die karnevaleske Musik noch mehr weh tut!!! Quelle: Prawda
* Trick 17 m.S.: heißt im Klartext Trick 17 mit Selbstüberlistung
U


* Unholy: Im Original von KISS vom Album "Revenge". die ärzte haben es exklusiv für den KISS Tribut-Sampler "KISS My Ass" auf deutsch aufgenommen und sind damit als einzige europäische Band auf diesen exklusiven Sampler zu finden (u.a. neben Garth Brooks, Lenny Kravitz & The Mighty Mighty Bosstones). KISS gefällt laut eigenen Angaben die Darbietung von Unholy durch die ärzte mit am besten. Dies war u.a. später dann auch mit ein Grund dafür warum KISS die ärzte als Support-Act für ihre Reunion-Tour ausgewählt haben. Die die ärzte-Version ist außer auf dem Sampler noch auf der Single "Ein Song namens Schunder" zu finden.
* Uns geht’s prima: Farin: SEHR Undertones-beeinflusst. Quelle: Prawda 06
* Und ich weine: Farin: ...sollte ursprüng

lelikron:
Sehr gute Idee! Und wenn es fertig ist, dann als Lexikon rausbringen  ;D
Pflegst du dann alles in den Startpost ein?

NR20:
Ja, natürlich  :)
Hätte den Thread vor all den Interviews starten sollen, dann hätte man immer direkt was eintragen können, nun müsste man wieder alles raussuchen  :-\

supere10:
In "Männer sind Schweine" wird der Text von Slimes "Wir wollen keine" von den Mädels am Ende zitiert ("Wir wollen keine Bullenschweine"), wobei es sich um ein indiziertes Lied handelt.

Sascha89:

--- Zitat von: supere10 am 18. Dezember 2020, 15:34:06 ---In "Männer sind Schweine" wird der Text von Slimes "Wir wollen keine" von den Mädels am Ende zitiert ("Wir wollen keine Bullenschweine"), wobei es sich um ein indiziertes Lied handelt.

--- Ende Zitat ---

Der Slime Song heißt korrekt 'Wir wollen keine Bullenschweine', laut GEMA Eintrag.

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